Beteiligung von Wanderviehzüchtern an dezentralen Entscheidungsprozessen.

- Partnerland: Niger
- Partnerorganisation: Verband nigerianischer Viehzüchter, FNEN ("Fédération Nationale des Eleveurs du Niger"), Daddo / Secrétariat Permanent Régional du Code Rural
- Laufzeit: 2004 - 2009
Welche gesellschaftspolitischen Konflikte
werden bearbeitet?
Der Großteil der Bevölkerung im Niger lebt fast ausschließlich von der Nutzung natürlicher Ressourcen. Diese jedoch werden aufgrund des enormen Bevölkerungswachstums und der fortschreitenden Degradation der Böden immer knapper. E ine zunehmende Ausdehnung von Kulturen auf sogenannte landwirtschaftliche Grenzflächen ebenso wie Blockaden von Viehdurchzugspassagen und Zugängen zu Wasserstellen sind zu beobachten. Viehhaltergruppen untereinander sowie Viehalter und Landwirte konkurrieren nicht selten gewaltsam um dieselbe Ressource. Häufig kommt es dabei zum Ausschluss der eingesessenen bzw. zugewanderten Bevölkerungsminderheiten.
Auch die Dezentralisierung mit einer ganzen Reihe von neuen Akteuren und Institutionen auf lokaler Ebene birgt die Gefahr neuer Konflikte, vor allem in Bezug auf die administrative Gliederung sowie das Verhältnis zwischen traditionellen Autoritäten und den neuen dezentralisierten Strukturen des Staates. Diese ebenso wie die aus der Überlagerung verschiedener nebeneinander existierender, traditioneller und moderner, Rechtsformen resultierende Verwirrung bei der Bevölkerung führen nicht selten zu Missbrauch durch jene, die Recht anwenden.
Welche Ziele hat das Engagement des Zivilen Friedensdienstes?
Ziel des Projekts ist die aktive Beteiligung der Viehhalter über ihre Organisationen an Entscheidungsprozessen in den Pastoral- und Agropastoralzonen der Regionen Zinder, Maradi und Tahoua. Zusammen mit der Partnerorganisation FNEN Daddo unterstützt dazu eine Friedensfachkraft die Viehhalter bei der Vertretung ihrer Interessen auf den verschiedenen Entscheidungsebenen. Zwei weitere FFK, angesiedelt beim Secrétariat Permanent du Code Rural (SPCR) unterstützen die gewaltfreie Bearbeitung der Konflikte zwischen Ackerbauern und Viehhaltern über die Landnutzungsplanung.
Welche Maßnahmen werden durchgeführt?
Die Friedensfachkraft bei FNEN Daddo unterstützt die Erarbeitung eines analytischen Atlas’ der Wanderviehhaltung in den Regionen Zinder und Diffa sowie die partizipative Entwicklung und Umsetzung einer Strategie zur Unterstützung der Viehhaltergruppen bei der aktiven Beteiligung an Entscheidungsprozessen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Erarbeitung von konsensuellen Regelungen bezüglich der Nutzung von Wasserstellen.
Die beiden Friedensfachkräfte beim SPCR unterstützen die Partnerorganisation bei der Ausarbeitung von Landnutzungsplänen sowie bei der Einrichtung einer Datenbank zur Speicherung und Verwaltung von Landrechtstiteln bei den Bodenrechtskommissionen der Regionen Zinder, Tahoua und Diffa. Ferner fördern sie die Einrichtung von regelmäßig stattfindenden Dialog-Plattformen zwischen allen kommunalen Akteuren in acht Gemeinden der Zielregion und wirken beratend bei deren Umsetzung.
Text und Bilder: DED

