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Unterstützung Überlebender des Khmer Rouge Regimes beim Umgang mit Traumata.  

  • Partnerland: Kambodscha
  • Partnerorganisation: Transcultural Psychosocial Organization Cambodia (TPO)
  • Laufzeit: 2007-2010

Welche gesellschaftspolitischen Konflikte
werden bearbeitet?

30 Jahre nach der Diktatur der Khmer Rouge in Kambodscha von 1975 bis 1979 wird den überlebenden Hauptverantwortlichen für die Ermordung von 1,7 Millionen Menschen der Prozess gemacht. Die Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia (ECCC) sind das erste internationale Gericht, an dem überlebende Opfer als Nebenkläger und -klägerinnen teilnehmen und kollektive moralische Reparationen fordern können. Dies stellt eine „riskante Chance“ für sie dar, da schmerzhafte Erinnerungen wachgerufen und seelische Verletzungen erneut aufbrechen können. Erfahrungen im Kontext anderer internationaler Tribunale zeigen zudem, dass eine rein gerichtliche Wahrheitsfindung dem Verlangen der Opfer nach Sinn und Erklärung sowie Fragen möglicher Heilung nur begrenzt nachkommen kann. Nur durch eine Öffnung der gesellschaftlichen Debatte und die aktive Beteiligung der Überlebenden ebenso wie der folgenden Generationen kann so etwas wie Versöhnung in Kambodscha stattfinden.

Welche Ziele hat das Engagement des Zivilen Friedensdienstes?

Im Rahmen der ZFD-Maßnahme Versöhnung und Gerechtigkeit im Umfeld des Khmer Rouge Tribunals soll dazu beigetragen werden, dass Überlebende des Khmer Rouge Regimes und die folgenden Generationen leichter mit traumatischen Erfahrungen umgehen und ihre seelische Gesundheit verbessern können. Zu diesem Zweck bietet die Partnerorganisation Aufklärung und psychologische Unterstützung für überlebende Opfer sowie Täter und Täterinnen an. Dies geschieht mit Hilfe von Broschüren, Postern, Radiosendungen und Telefonberatung. Zudem werden Mitarbeitende der ECCC und anderer zivilgesellschaftlicher Organisationen aus dem Menschenrechts-, Friedens- und Sozialbereich zum Thema Trauma geschult, um auf eigene Belastungen und Bedürfnisse wie auch auf die der Opfer besser eingehen zu können. Besondere Aufmerksamkeit wird den Zeugen, Zeuginnen und zivilen Nebenklägern und -klägerinnen am Khmer Rouge Tribunal zuteil, denen TPO in Zusammenarbeit mit den ECCC psychologische Beratung vor, während und nach ihren Gerichtsterminen anbietet.

Welche Maßnahmen werden durchgeführt?

Die Friedensfachkraft unterstützt die fachliche Weiterbildung, Beratung und Supervision der Mitarbeitenden der Partnerorganisation. Zu ihren Aufgaben gehören die Beratung bei der Entwicklung und Herstellung von projektrelevanten Trainings- und Informationsmaterialien zum Khmer Rouge Tribunal, hierdurch ausgelöster Trauma-Symptome sowie zum Umgang mit diesen Symptomen und entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus bietet die Fachkraft Weiterbildungen im Bereich Trauma-Symptome, deren Behandlung sowie der psychologischen Beratung von Opfern an. Sie leistet zudem Beratung, Supervision und psychologische Betreuung der Mitarbeitenden beim Umgang mit eigenen Traumata. Ferner wird die Erstellung eines Radioprogramms zur Informationsverbreitung von psychologisch relevanten Auswirkungen des Khmer Rouge Tribunals unterstützt und ein Konzept zur psychologischen Telefonberatung für die Öffentlichkeit entwickelt.

Kurzprofil der Friedensfachkraft des DED

Die Friedensfachkraft ist Psychologin mit Schwerpunkt in Klinischer und Gemeindepsychologie. Sie verfügt über Erfahrungen in der ambulanten psychiatrischen Versorgung und der Begleitung von Menschen in akuten Krisen. Sie war an Forschungen und der psychosozialen Betreuung der vom Bürgerkrieg betroffenen indigenen Bevölkerung im Rahmen des GTZ-Vorhabens „Förderung des Aussöhnungsprozesses in Guatemala“ beteiligt. Sie verfügt über mehrjährige Erfahrungen in der Menschenrechtsarbeit in verschiedenen Gremien und Kontexten.

Text und Bilder: DED

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