Aufbau lokaler Kompetenzen der Zivilen Konfliktbearbeitung.
- Partnerland: Äthiopien
- Partnerorganisation: Action for Development
- Laufzeit: 2008-2010
Welche gesellschaftspolitischen Konflikte
werden bearbeitet?
Die Südregion Äthiopiens, die sogenannte Southern Nations, Nationalities and People´s Region (SNNPR) ist ein Bundesland, das 56 verschiedenen ethnische Gruppen umfasst und damit eine ethnische Vielfalt wie keine andere Region Äthiopiens aufweist. Die nach ethno-linguistischen Kriterien konzipierte Verfassung Äthiopiens, die 1995 ratifiziert wurde und zu einer Neuaufteilung der Regionen Äthiopiens führte, zeigt in dieser Region seine konfliktbeladenen Wirkungen. Der Wettbewerb um knappe Ressourcen, Fragen ethnischer Zugehörigkeit und Identität, Ausgrenzung von Minderheiten, Forderung nach Selbstverwaltung, Demarkierung von Grenzen, schädigende traditionelle Praktiken und eine kulturell bedingte Gewaltkultur gehören zu den Ursachen von Konflikten in der Region. Diese treten oftmals inter- und intra-ethnisch in Erscheinung und ihnen wird meist spontan in Form von "Feuerwehreinsätzen" begegnet. Schwache regionale Regierungsstrukturen und die Abwesenheit guter Regierungsführung können hier weder einen Beitrag noch einen nachhaltigen Ansatz zur Lösung der Konflikte bieten.
Welche Ziele hat das Engagement des Zivilen Friedensdienstes?
Das Projekt dient der Stärkung der Nichtregierungsorganisation Action for Development. Aufbau von Kompetenzen in der zivilen Konfliktbearbeitung sowie die nachhaltige Integration des Themas in die Arbeit der Organisation sind zentrale Themen. Darüber hinaus erfolgt die Unterstützung lokaler Friedenpotentiale in den Projektgebieten South Nations, Nationalities and People´s Region/SNNPR und Oromia Region. Ziel ist die Verbesserung der Konfliktbearbeitungskompetenzen der Mitarbeitenden der Partnerorganisation in den dezentralen Büros in Jinka und Yabello. Diese initiieren Konflikttransformationsprozesse in den Projektgebieten der zwei Regionen Äthiopiens und tragen direkt zur friedlichen Koexistenz der dort ansässigen (agro-) pastoralen Gruppen bei.
Welche Maßnahmen werden durchgeführt?
Zu den Aufgaben der Friedensfachkraft gehören das Methodentraining in Ziviler Konfliktbearbeitung sowie die Durchführung von partizipativen und genderorientierten Konfliktanalysen in den Projektgebieten. Weiterhin die Vernetzung und Zusammenarbeit mit staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren, die Einführung eines Systems zu Planung, Monitoring und Evaluierung sowie die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation von erfolgreichen Friedensprojekten.
Kurzprofil der Friedensfachkraft des DED
Die Friedensfachkraft ist Erziehungswissenschaftler M.A. und Kfz-Techniker absolvierte ein Studium der Psychologie und Sportwissenschaften M.A.. Als Exil-Iraner lebte er als politisch Verfolgter von 1986 bis 2008 in Deutschland, wo er als Lehrer, Trainer, Caoch, in der Erwachsenenbildung sowie als pädagogischer Projektbegleiter für Menschen mit geistigen Behinderung arbeitete. Von 2001 bis 2005 war er hauptamtlicher Trainer, Prozeßbegleiter und Coach bei der Akademie für Konflikttransformation des Forum Zivilen Friedensdienst e.V. in Bonn. Von 2006 bis 2008 arbeitete er als freiberuflicher Trainer für zivile Konfliktbearbeitung interkulturelle Kommunikation und Mediation. Seit Juni 2008 ist er als Friedensfachkraft des DED in Äthiopien tätig.
Text und Bilder: DED

