ded-logo Angezeigte Seite: Länder. / Lateinamerika. / Bolivien. /

Inhaltsübersicht der Seite (Accesskey 0):

Analyse, Monitoring und Transformation sozialer Konflikte durch die regionalen Büros des Ombudsmannes in Yacuiba und Bení.  

Landverteilung - oftmals Quelle sozialer Konflikte

  • Partnerland: Bolivien
  • Partnerorganisation: Defensoría del Pueblo - Regionale Büros des Ombudsmannes in Yacuiba und Bení
  • Laufzeit: 2007- 2012

Welche gesellschaftspolitischen Konflikte
werden bearbeitet?

Die politische Entwicklung Boliviens ist in den letzten Jahren von tief greifenden Veränderungen geprägt. Die Regierung Morales ist angetreten, um die Interessen der indigenen und anderer bisher benachteiligter Bevölkerungsgruppen durchzusetzen.
Im Kontext zunehmender Polarisierung zwischen Regierung und den Präfekten und Bürgerkomitees der Tieflandregionen, werden im Tiefland rechtsstaatliche Institutionen und Verfahren stark geschwächt, verschlechtert sich die Menschenrechtssituation insbesondere für die arme mehrheitlich indigene Bevölkerung und nehmen gewaltförmige Auseinandersetzungen stark zu. Zentrale Konfliktthemen sind hier der Zugang zu Land, die Einrichtung indigener Territorien, die Forderung nach einer politisch-administrativen Autonomie und die Nutzung natürlicher Ressourcen sowie die wirtschaftliche, soziale und politische Ausgrenzung der indigenen Völker.

Welche Ziele hat das Engagement des Zivilen Friedensdienstes?

Ziel der ZFD-Maßnahme ist die Verbesserung der Fähigkeiten des Menschenrechtsombudsmannes zur gewaltfreien Bearbeitung sozialer Konflikte in der Regionen Yacuiba und Bení. Dazu erfolgen Beratung und Unterstützung in Bezug auf die Weiterbildung in Ziviler Konfliktbearbeitung, die Entwicklung und Anwendung eines entsprechenden Interventionsmodells in sozialen Konflikten, die Stärkung von Dialogstrukturen sowie der konfliktsensiblen Kommunikation. Ziel der Maßnahme ist es weiterhin, zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades und zur Anerkennung der Institution des Ombudsmannes als Akteur der Zivilen Konfliktbearbeitung sowie zur Wahrung der Menschenrechte beizutragen.

Welche Maßnahmen werden durchgeführt?

Je eine Friedensfachkraft berät das regionale Büro des Ombudsmanns in Yacuiba/Tarija sowie das regionale Büro des Ombudsmanns in Reyes/Beni in der Analyse, Monitoring und Transformation von sozialen Konflikten in der jeweiligen Region. Zu ihren Aufgaben gehört die Förderung von Kapazitäten des Konfliktmonitorings und Stärkung lokaler Dialogstrukturen, insbesondere zu menschenrechtsrelevanten Themen in den Konfliktfeldern Landrechte, natürliche Ressourcen und Überwindung der soziokulturellen Diskriminierung der indigenen Bevölkerung. Darüber hinaus bilden die Friedensfachkräfte die Mitarbeitenden der Büros in Fragen der zivilen Konfliktbearbeitung und Dialogförderung aus und unterstützen den Aufbau institutioneller Kommunikations-, Bildungs- und Beteiligungsstrategien zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung.

Kurzprofil der Friedensfachkraft des DED

Die Friedensfachkraft in Yacuiba ist Juristin mit den Schwerpunkten Ausländer- und Asylrecht sowie Menschenrechte. Sie hat bei UNHCR in Ecuador kolumbianische Flüchtlinge betreut und deren Anerkennung als Asylberechtigte mit dem ecuadorianischen Staat verhandelt. Für UNDP in der Zentralafrikanischen Republik leitete sie ein Projekt zum Wiederaufbau des Justizsystems im ländlichen Raum. Dabei hat sie mit Organisationen der Zivilgesellschaft Weiterbildungen zu Menschenrechtsfragen entworfen und durchgeführt, die Fähigkeiten von Akteuren der traditionellen Justiz zur Zivilen Konfliktbearbeitung gestärkt und das Projekt wirkungsorientiert gemanagt.
Die Friedensfachkraft in Bení ist Politologin mit den Schwerpunkten Konfliktbearbeitung und Menschenrechte sowie Gender. Sie hat für das Deutsche Institut für Menschenrechte ein internationales Beratungsprojekt zur Implementierung von Menschenrechts- und Gendermandaten durch internationale Friedenseinsätze der Vereinten Nationen und der Europäischen Union konzipiert und umgesetzt. In diesem Kontext hat sie erfolgreiche Strategien der Menschenrechtsarbeit und deren Beitrag zu Friedensprozessen in Liberia, Sudan, Afghanistan, Aceh/Indonesien, Kambodscha und Sierra Leone untersucht. Anschließend hat sie mit Organisationen der Zivilgesellschaft zur Förderung und zum Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten und Nachkriegskontexten gearbeitet.

Text und Bilder: DED

Weitere Informationen:

Lateinamerika

Themenbereiche: