Aufbau einer israelisch-palästinensisch-deutschen Dialogplattform.
- Partnerland: Palästina
- Partnerorganisation: Dialogplattform TRIALO in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung
- Laufzeit: 2008 - 2010
Welche gesellschaftspolitischen Konflikte
werden bearbeitet?
Konstitutives Element einer jeden Nation sind auch ihre jeweiligen historischen Narrative. Während es im palästinensischen Narrativ eine Vielzahl historische Misserfolge und Defizite gibt, umfasst der israelische Narrativ vor allem positive Elemente. Geschichtsbücher auf beiden Seiten ignorieren oftmals das historische Leiden des Anderen und geben die Ereignisse völlig einseitig wieder. Beide Seiten berufen sich auf die Schuld anderer, wobei auch Deutschland ins Bild kommt. Shoah bzw. der Holocaust sind, ebenso wie die deutsche Schuld daran, zentral für die israelische Identität. Daraus resultiert auch heute eine besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel.
Es besteht kaum Zweifel, dass die Narrative Israels, Palästinas und Deutschlands eng miteinander verwoben sind, wenn auch mit unterschiedlichem Hintergrund, unterschiedlicher Interpretation der historischen Ereignisse und völlig unterschiedlicher Zielrichtung. Gleichzeitig ist ebenso unstrittig, dass Kenntnis und ansatzweise Annahme der jeweils anderen Narrative ein wesentlicher Bestandteil einer jeden zivilen Konflikttransformation im Nahen Osten sein muss. Ohne konstruktive Aufarbeitung der Geschichte erscheint eine Verbesserung der Situation zwischen Israelis und Palästinensern nicht vorstellbar. Der deutschen Seite kommt aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit dabei mehr als eine Vermittlerrolle zu.
Welche Ziele hat das Engagement des Zivilen Friedensdienstes?
Ziel der ZFD-Maßnahme, die in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah durchgeführt wird, ist es, dass Multiplikatoren und Multiplikatorinnen sowie entscheidungstragende Personen in Palästina und Israel die eigenen und anderenGeschichtsbilder anerkennen und die jeweiligen Identitäten reflektieren sowie im Sinne der Zivilen Konfliktbearbeitung handeln. Dadurch wird ein Beitrag zur Förderung des Dialogs zwischen den verschiedenen Gruppen in der Konfliktregion Israel-Palästina geleistet. Projektträger ist eine vorwiegend aus palästinensischen, israelischen und deutschen Historikern und Historikerinnen sowie anderen relevanten Multiplikatoren und Multiplikatorinnen der drei Gesellschaften bestehende Dialogplattform.
Welche Maßnahmen werden durchgeführt?
Die ZFD-Maßnahme unterstützt den Aufbau und die Begleitung der Dialogplattform bestehend aus Akademikern und Akademikerinnen der drei Gesellschaften. Zu den Aufgaben der Friedensfachkraft gehören die diesbezügliche Beratung sowie die Recherche und Aufarbeitung relevanter Materialien, die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Seminaren, Workshops und Diskussionsrunden, die Dokumentation der Treffen, das Erstellen von Publikationen und der Webpage sowie der Aufbau eines Netzwerks von Akademikern und Akademikerinnen und Organisationen, die sich mit dem Thema beschäftigen.
Kurzprofil der Friedensfachkraft des DED
Die Friedensfachkraft ist durch ihr Studium der Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Nahost in Kairo und an der Hebräischen Universität Jerusalem mit den verschiedenen Facetten des israelisch-arabischen Konflikts vertraut. Darüber hinaus wirkte sie zwei Jahre als Projektkoordinatorin in einem von der Europäischen Kommission geförderten Projekt der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah.
Text und Bilder: DED

