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Auf- und Ausbau konfliktsensibler und friedensfördernder Medienarbeit.  

  • Partnerland: Afghanistan
  • Partnerorganisation: Mediothek Kabul und Kunduz
  • Laufzeit: 2008 - 2010

Welche gesellschaftspolitischen Konflikte
werden bearbeitet?

Nach mehr als 20 Jahren Krieg und Bürgerkrieg sind die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen Afghanistans weitgehend zerstört. Der Alltag der afghanischen Bevölkerung ist geprägt von Konflikten, Gewalterfahrungen und Unsicherheiten. Die politische und wirtschaftliche Destabilisierung ist neben ethnischen Auseinandersetzungen in dem Vielvölkerstaat auch dem Vorhandensein paralleler Machtstrukturen bis hinunter in die Dorf- und Familienebenen und dem Kampf um regionale Hegemonie zuzuschreiben, was sich in verstärkter Kriminalität, Menschenrechtsverletzungen, Ressourcenkonflikten und bewaffneter Gewalt widerspiegelt. Wege zum Dialog als friedliche Strategie der Konfliktlösung und Versöhnung sind in dieser Situation im Erfahrungshorizont der Menschen kaum noch vorhanden.
Den weitverbreiteten Vorurteilen zwischen verschiedenen Ethnien, die bis zu offener Feindschaft reichen können, kann mit bewusstseinsschaffenden Begegnungsprojekten entgegen getreten werden. Vorurteile werden über einen längeren Zeitraum tradiert und verfestigen sich somit. Sie werden integraler Bestandteil der innerethnischen Bewusstseinsbildung und haben hohen Einfluss auf die kollektive Erinnerungskultur und werde schließlich Teil der Geschichte und über diesen Weg reproduziert.

Welche Ziele hat das Engagement des Zivilen Friedensdienstes?

An der Durchbrechung dieses Teufelskreises arbeitet die  „Peace Caravan“. Der gezielte Einsatz konfliktsensibler Bildungs- und Medienarbeit kann friedensfördernd wirken und nachhaltig zu einer Verankerung friedensbezogener Themen in der Gesellschaft führen, vor allem wenn er durch die Sensibilisierung von Journalisten und Journalistinnen gegenüber Konfliktpotenzialen in der Berichterstattung begleitet wird.
Der Schwerpunkt der Partnerorganisation liegt auf der Durchführung von Projekten zur direkten Begegnung verschiedener Ethnien mit dem Ziel, Verständigung zu erreichen und Gemeinsamkeiten zu entwickeln.
Ziel der ZFD-Maßnahme ist es, die Mitarbeitenden der Mediothek Kabul und der Regionalbüros zu befähigen, durch Frieden fördernde journalistische Arbeit einen Beitrag zum Wiederaufbau Afghanistans sowie zum Versöhnungsprozess leisten. Die in Deutschland gegründete Mediothek fördert demokratische Kultur- und Medienarbeit und unterhält verschiedene Community Center in fünf Provinzen Afghanistans, die als Begegnungsstätte für Kulturveranstaltungen und als Dialogforen für Friedensarbeit dienen. In Form von Projekten, Seminaren und Publikationen wendet sich die Mediothek vor allem an Frauen und junge Menschen sowie Mitarbeitende zivilgesellschaftlicher Organisationen, Kulturschaffende, Journalisten und Journalistinnen sowie politische Entscheidungsträger und  -trägerinnen.

Welche Maßnahmen werden durchgeführt?

Zwei Friedensfachkräfte beraten die Nichtregierungsorganisation Mediothek in Kabul sowie ihr Regionalbüro Kunduz.  
Eine Friedensfachkraft berät die Mediothek Kunduz unter anderem bei der Umsetzung des Projektes Peace Caravan. Sie unterstützt die Durchführung von Begegnungstreffen von Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Ethnien im Rahmen von großangelegten gegenseitigen Besuchen in vier Provinzen. Diese werde von kulturellen und medialen Rahmenprogrammen flankiert. Zu den Aufgaben der Fachkraft gehören Trainings im Projekt- und Veranstaltungsmanagement in den Bereichen Theater, Sport, Quiz sowie die Unterstützung von Podiumsdiskussionen, des Fundraising und der Öffentlichkeitsarbeit. Die Partnerorganisation als Initiator des Projekts Peace Caravan soll somit befähigt werden, Versöhnungspotentiale zu identifizieren sowie existierende Konfliktpotentiale strukturell zu analysieren und entsprechende Programmaktivitäten in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren zu planen. Neben Trainings zu Konfliktanalysen werden die Mitarbeitenden bei der Einführung standardisierter Planungs-, Monitoring- und Evaluierungssysteme unterstützt.
Eine zweite Friedensfachkraft berät die Mitarbeitenden beim Auf- und Ausbau konfliktsensibler Zeitschriften und schult Journalisten und Journalistinnen in friedensjournalistischer Arbeit. Zusätzlich unterstützt sie die Netzwerkarbeit und den Erfahrungsaustausch mit anderen Organisationen und berät im Bereich des Projektmanagements und der Öffentlichkeitsarbeit.

Kurzprofil der Friedensfachkraft des DED

Eine der Friedensfachkräfte ist Mediengestalter für Digital und Print sowie ausgebildete Friedensfachkraft. Er verfügt über Berufserfahrungen im sozialarbeiterischen sowie journalistischen Bereich, insbesondere Film und Fernsehen. Seit  2007 arbeitet er für den DED in Afghanistan.

Text und Bilder: DED

Weitere Informationen:

Nahost, Zentralasien

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